Dongtan

In China stellt sich die Frage: Wie soll die größte Migration der Menschheitsgeschichte bewältigt werden? 300 Mio. Chinesen werden in den nächsten 20 Jahren in Städte ziehen, 300-400 neue Großstädte müssen völlig neu gebaut werden.

Die Antwort: „Eco-Cities“. Die neuen urbanen Zentren sind der städtebauliche Lösungsansatz für Überbevölkerung und Umweltverschmutzung und werden darüber zum zukünftigen Investitions-Magnet der schnell wachsenden chinesischen Wirtschaft. Dabei setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass nachhaltiges Wachstum in China nur mit
einer Ressourcen schonenden, „grünen“ Entwicklung gelingen kann.

Auf der Shanghai vorgelagerten Insel Chongming entsteht derzeit der Prototyp für die Stadt der Zukunft: Dongtan. Die konzeptionelle Leitung hat Peter Head von Arup.

Geplant sind 10.000 Einwohner bis zur EXPO in Shanghai 2010, langfristig 500.000 Einwohner bis 2050. Die nachhaltige Stadt wird ihre benötigten Grundgüter selbst umweltfreundlich erzeugen. Energie wird zu 100 % aus Wind, Sonne und Wasserkraft gewonnen. Das intelligente Verkehrssystem läuft mit Wasserstoff- oder Elektromotoren und folgt der Vorgabe „zero-emissions.“ Baustoffe und Lebensmittel werden zu großen Teilen umweltfreundlich aus der Umgebung gewonnen, Müll und Abwasser werden wiederverwertet.

Architektonisch und bautechnisch setzt die Stadt völlig neue Maßstäbe. Städtebauer aus aller Welt verfolgen aufmerksam wie sich aus der Ökovision vom Reißbrett eine dynamische Großstadt entwickelt.

Dongtan soll Beginn eines chinesischen Wirtschaftswechsels sein. So kommentierte Peter Head, ARUP Projektleiter für Dongtan, im Observer: „It is no gimmick. It is being led at the highest levels of the Chinese government. They are very committed to developing a new paradigm of economic development.“

www.arup.com/arup/newsitem.cfm?pageid=8015

24. April 2007 | Autor: Jörg Jelden | Kommentieren
Tags: Karma Kapitalismus

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