Archiv: März 2009
Die Lebenserwartung Arbeitsloser –
Kostet die Wirtschaftskrise Jahre?
In den letzten Jahren ist die Lebenserwartung weiter angestiegen – um rund drei Monate pro Jahr. Diese Entwicklung könnte sich jetzt verlangsamen, glaubt man den Ergebnissen einer Studie, die im Januar im Fachblatt „The Lancet“ online veröffentlicht wurde und von britischen Soziologen und Medizinern durchgeführt worden war. Diese konnten nachweisen, dass immer dann, wenn die Wirtschaft radikal umgebaut wird, sich das negativ auf die Lebenserwartung auswirkt. Die Gründe dafür: Sozialer Stress und Verarmung führen zu mangelnder medizinischer Versorgung und einem ungesunden Lebensstil, dadurch sinkt vermutlich die Lebensserwartung.
In der Vergangenheit bezog sich das vornehmlich auf Länder, in denen auf einen Schlag eine ganz Reihe staatlicher Unternehmen privatisiert wurden (wie in Russland etwa); es könnte sich in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation aber auch auf den umgekehrten Fall, auf Verunsicherung durch Verstaatlichung und feindliche Firmen-Übernahmen, beziehen. Entscheidend ist nach Meinung der Forscher, wie viele Menschen dadurch arbeitslos werden.
Machen Social Networks krank?
Die digitalen Social Networks wie Facebook, Myspace & Co ermöglichen es uns, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und neue Freundschaften zu schließen, Gleichgesinnte zu finden oder sogar unseren Traumpartner. Mit 175 Millionen Nutzern alleine bei Facebook wird die gesellschaftliche Durchschlagkraft von Social Networks präsent –und so äußern sich immer mehr Skeptiker über die angeblichen Gefahren sozialer Netzwerke.
1 Drittel
aller deutschen Arbeitnehmer fürchten, dass sie ihre derzeitige Tätigkeit nicht bis zum regulären Rentenalter ausüben können. Unter den laut Studie “prekär Beschäftigten” mit weniger als 2.000 Euro Bruttoeinkommen sind es sogar 42 Prozent, die dies für unwahrscheinlich halten. Fast ebenso viele rechnen damit, später von ihrer Rente nicht leben zu können.
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund 2009
Forschung für das Leben – vom Gen-Chip bis zum Fahreignungsprüfungs-Simulator
Das Generation Research Program der Universität München gibt es bereits sei beinahe zehn Jahren. Doch erst jetzt beginnen sich Kunden und Hersteller für die Ergebnisse dieses Expertennetzwerks zu interessieren. Der Output dieser Kooperationen von 200 Wissenschaftlern mit verschiedenen Industrieunternehmen ist nämlich nichts weniger als Smart Tech-Produkte, die älteren Menschen das Leben erleichtern.
69%
der über 60-Jährigen in Deutschland finden, dass ein persönliches Gespräch die angenehmste Form des Austauschs mit anderen ist. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen schätzen nur 36 Prozent diese persönliche Unterhaltung; bei den 20- bis 29-Jährigen sind es immerhin schon 51 Prozent. Ebenfalls beliebte Kommunikationskanäle bei der Generation Silver Sex: 25 Prozent telefonieren gerne; 20 Prozent schreiben gerne Briefe; 3 Prozent gerne E-Mails und nur jeweils 2 Prozent chatten gerne bzw. schreiben am liebsten eine SMS, wenn sie Freunden etwas mitteilen möchten. Damit unterscheiden sich die Generationen noch beträchtlich in ihrem Kommunikationsverhalten: Bei den 14- bis 19-Jährigen sind es nicht weniger als 67 Prozent, die gerne chatten, 52 Prozent favorisieren zudem die SMS für den persönlichen Austausch mit Freunden. Doch auch das Telefon hat in dieser Altersgruppe viele Anhänger: 52 Prozent telefonieren gerne ausgiebig, bis den 20- bis 29-Jährigen sinkt diese Zahl dann schon auf 35 Prozent.
Quelle: Allensbach 2009
ITB 2009: Neues aus der Tourismusbranche
Reisen in der Finanzkrise: Die Finanzkrise sorgte auch auf ITB, der weltweit bedeutendsten Fachmesse für Tourismuswirtschaft für Gesprächsstoff. Auswirkungen werden von Branchenexperten mit Verzögerung erwartet. Laut einer aktuellen Umfrage der GfK unter 1.200 Reisebüros seien jedoch schon fünf Prozent weniger Buchungen für den Sommerurlaub festzustellen. Schon jetzt reagieren die Reiseveranstalter mit speziellen Frühbucherrabatten, um den Absatz anzukurbeln. Mit „Konjunkturpaketen“ wirbt ein Anbieter, bei Schauinsland wird das Hotel zu Dumpingpreisen von 90 Cent am Tag angeboten. Auch wenn auf das Reisen keinesfalls verzichtet werden wird, regieren Konsumenten mit unterschiedlichen Strategien: Weniger häufig reisen, kürzere Reisen unternehmen, kurzfristigere Buchungen und der Konzentration auf das Heimatland als Destination.
Der Messebesuch hat gezeigt, dass auch die Tourismusbranche auf veränderte Bedürfnisse und Sehnsüchte der Konsumenten reagiert.
Wellness und Gesundheit: Wellness spielt nach wie vor eine prominente Rolle im touristischen Angebot. Vor allem Medical Spa gilt innerhalb der Branche als großer Gewinner dank gestiegner Präventionsmaßnahmen. Darüber hinaus wird Gesundheit zu einem immer wichtigeren Thema. Beispielsweise reagiert das Dorint Hotel auf die Bedürfnisse von gestressten Geschäftsreisenden und bieten mit dem Slogan „Meeting Preparations“ einen speziellen Service an: in Kooperation mit der Firma Garmin kann jeder GPS-gestützt in der Hotelumgebung auf vorgeplanten Joggingrouten Frischluft tanken.
Unverwechselbarkeit: Eine unverwechselbare Identität wird in Zukunft für Destinationen zu einem unverzichtbaren Wettbewerbsfaktor.
Die beobachtbare Vereinheitlichung des Reiseangebots stärkt die Sehnsucht nach echten und einzigartigen Erfahrungen im Urlaubsland. Statt austauschbaren Hotelkomplexen, Poollandschaften und „internationalen Buffets“, ist das Echte und Authentische stärker gefragt. Der Reiseveranstalter TUI kommt dem entgegen und bietet zukünftig in der Toskana pures italienisches Landleben an. Dorf und Urlaubsresort verschmelzen miteinander, sodass der Urlauber im unmittelbaren Austausch mit dem Einheimischen steht. Auf den Tisch kommen Produkte wie Olivenöl, Käse und Wein aus eigener regionaler Herstellung.
Die Bildungsreise wird neu definiert. Neben den üblichen Besuchen von Klöstern, Kirchen oder Museen wollen Touristen in die lebendige Alltagskultur des Urlaubsortes eintauchen. Kultur zum Mitmachen statt nur zum Beobachten.
Nachhaltig reisen: Das Interesse am Thema Nachhaltigkeit setzt sich auch in diesem Jahr fort. Auch wenn die Tourismusbranche kein Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit ist, begreifen inzwischen schon viele Beteiligte die Wichtigkeit. Samih Sawiris, Chairman & CEO der Orascom Development Holding meint dazu „The question is not, if you can afford to be sustainable. It is, if you can afford not to be sustainable.“ Oder wie Erika Harms von der United Nations Foundation in ihrem Vortrag betonte: Sustainability muss für Tourismusunternehmen von einem „nice to have zu einem need to have“ werden. Verbrannte Erde zu hinterlassen kann sich heute keiner mehr leisten. Gerade für die Tourismusbranche ist es unerlässlich, den Erhalt der natürlichen und kulturellen Vielfalt einer Destination zu gewährleisten. TUI reagierte darauf mit einem Wiederaufforstungsprojekt auf Mallorca. Mit der Wintersaison 2009/2010 wird ein fester Betrag für jede Mallorca-Buchung Zugunsten des TUI Waldes eingezahlt. Jeder Gast erhält die Möglichkeit, sich daran aktiv durch Spenden zu beteiligen.
Verknüpfungen schaffen: Kooperation und Netzwerke sind auch im Tourismus unverzichtbar. Statt Competition geht es heute um Co-opetition. Aktuelles Beispiel ist die europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010, die sich eben nicht wie bisher auf einen Ort konzentriert, sondern als Metropolregion das Potential ihrer 53 Orte und vormaligen Konkurrenten bündelt. Mit dem Slogan „Essen für das Ruhrgebiet“ wird der Gemeinschaftsgeist der Region unterstrichen.
Netzwerkkultur: Die Einflüsse der Netzwerkgesellschaft lassen sich auch im Tourismus beobachten. Der Informationsaustausch findet heute schneller und unmittelbarer statt. Urlaubseindrücke landen heute nicht mehr nur im heimischen Fotoalbum, sondern werden Netz einer breiteren Community zugänglich gemacht. Norbert Bolz spricht von einem „age of recommendation and reputation“. Unternehmen wie Tripadvisor und Holidaycheck basieren auf diesem Prinzip und machen den Urlauber zum Reisejournalisten, der dokumentiert und bewertet. Wer mit getunten Katalogbildern Qualität nur vortäuscht, wird heute schnell entlarvt. Die „digital natives“ nutzen das Internet, um sich schon vor der Reise einen genauen Eindruck vom Reiseziel zu verschaffen. Dabei werden sie von Google Earth, Flickr und Facebook unterstützt.
Warten aufs Reisen
Aufgrund der allgemeinen Unsicherheit durch die Wirtschaftskrise halten sich die ansonsten reisefreudigen Deutschen mit Buchungen für den Sommer zurück. Laut einer Umfrage des Branchenblattes “Urlaub perfekt” fühlen sich 59 Prozent der Befragten verunsichert durch die Rezession, 20 Prozent fürchten um ihren Job und neun von zehn halten sich bei der Urlaubsplanung noch zurück.
CSR und Tourismus
Das Thema CSR (Corporate Social Responsibilty) spielte auf der ITB eine wichtige Rolle. Erstmalig in diesem Jahr fand der CSR Day im Rahmen der ITB Kongresse statt. Dort stellte die GfK eine empirische Studie vor, die den Zusammenhang zwischen CSR und Tourismus aus Konsumentensicht beleuchtete.
Danach gehören 33 Prozent aller reiseaktiven Deutschen zu CSR-affinen Reisenden. Ca. 10 % von ihnen interessieren sich sogar sehr stark für das Thema. Skandinavische Länder werden unter allen Zielländern als besonders fortschrifftlich hinsichtlich CSR Engagement bewertet. Auch bei den reiseveranstaltern ergeben sich deutliche Unterschiede beim Imgae: dem Kulturreiseanbieter Studiosus wird sehr viel Vertrauen entgegengebracht, während Öger Tours recht negativ eingeschätzt wird.
Wellness boomt weiter
Laut dem aktuellen WellnessSensor 2009 der GfK ist der Umsatz von Wellnessreisen im Jahr um durchschnittlich 9 % gestiegen. Dabei findet die Erholung durchaus im Heimatland statt: drei von vier Wellnessreisen finden in Deutschland statt. Als besonders beliebte Ziele gelten Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Würtemberg.
Trendtag Keynote Speaker Lawrence Lessig
Trendtag Keynote Speaker Lawrence Lessig spricht über Remix

