Archiv: November 2009
Die Tricks der Superalten – das Methusalem-Gen
Viel schlafen, viel Bewegung, viele Vitamine – die Liste der Anti Aging-Empfehlungen ist lang. Der Geheimtipp für ein langes Leben aber ist: gar nicht erst krank werden. Und auch dazu werden eine ganze Reihe an does und dont’s gehandelt. Forscher der Universität Kiel indes gebieten dem Treiben jetzt ein Stückweit Einhalt. Sie konnten nachweisen, dass es zu einem großen Teil wohl doch einfach in unseren Genen liegt, wie alt wir werden. Konkret konnte das Team um Almut Nebel, Leiterin der Forschungsgruppe „Gesundes Altern“, nachweisen, dass über 100-Jährige auffallend oft eine Variante des Langlebigkeits-Gens FOX03A aufweisen.
Dessen Aufgabe: Das Gen trägt dazu bei, dass sich Körperzellen zum Wohle des Organismus selbst zerstören, wenn sie alt oder krank sind. Gerät dieser Prozess hingegen aus dem Gleichgewicht, kann sich leicht Krebs entwickeln: Das Fazit von Prof. Nebel: „Jetzt können wir davon ausgehen, dass dieses Gen für das Erreichen eines hohen Alters wahrscheinlich weltweit eine Rolle spielt“. Beeinflussen allerdings lässt sich diese genetische Prädisposition nicht – weder durch eine gesunde noch durch eine besonders riskante Lebensweise.
Um 198%
wird die Zahl der an Lungenentzündung Erkrankten von heute bis zum Jahr 2050 in Deutschland ansteigen. Bei der Makula-Degeneration (einer Augenkrankheit) wird die Zunahme auf 169 Prozent, bei Demenzerkrankungen auf +144 Prozent beziffert. Auch bei der Oberschenkelhalsfraktur, dem Herzinfarkt oder Schlaganfall werden die Zahlen der Betroffenen bei uns von heute an bis zum Jahr 2005 um rund 100 Prozent ansteigen. Grund für diese Veränderungen ist allein das Altersbeben. In einer alternden Gesellschaft werden sich zudem Leiden wie das Glaukom, verschiedene Krebserkrankungen, Schwerhörigkeit, Osteoporose oder auch Rückenschmerzen weiter ausbreiten.
Quelle: Prof. Dr. Fritz Beske vom IGSF in Kiel 2009
Golfer haben zwar keinen Sex mehr –
dafür leben sie länger
Hast du noch Sex oder spielst du schon Golf? Mit diesem Witz macht man sich für gewöhnlich über den Alte-Leute-Sport Golf lustig. Anscheinend zu Unrecht: Nicht nur dass sich die Zahl der jüngeren Golfspieler in den letzten Jahren enorm gesteigert hat, haben jetzt schwedische Forscher eine Untersuchung veröffentlicht, wonach Golfer fitter und gesünder sind und sogar eine höhere Lebenserwartung haben als Nicht-Golfer. Warum sollten sie also nicht auch noch Sex haben?
1,8
Krankschreibungen pro Arbeitnehmer fielen im letzten Jahr durchschnittlich auf die Gruppe der 15- bis 20-Jährigen. Kollegen zwischen 45 und 55 Jahren waren hingegen nur halb so häufig von Krankheiten betroffen. Allerdings: Während Ältere bei einer Krankheit im Schnitt fast 14 Tage lang fehlten, waren die Jüngeren nach weniger als sechs Tagen wieder fit.
Quelle: Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse 2009
Weniger essen, besser denken – ganz ohne DHA-Säuren
Dass man mit der richtigen Nahrung sein Gedächtnis trainieren und Alzheimer vorbeugen kann, ist eine These, die in den Foodlaboren weltweit für Aufregung sorgt. Bei Danone und Nestlé etwa wird an der Erforschung neuer Functional Food-Produkte mit diesem Einsatzgebiet gearbeitet.
Nun nimmt man den Wissenschafltern durch die Ergebnisse einer neuen Studie der Universität Münster ein wenig den Wind aus den Segeln. Dort wurden 50 Probanden im Durchschnittsalter von 60 Jahren in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe musste ihre Kalorienzufuhr senken, die zweite ihre Ernährung zugunsten von ungesättigten Fettsäuren (aus Fischen und Olivenöl) umstellen, die dritte Gruppe durfte als Kontrollgruppe so weiteressen wie bisher.
Nach Ablauf von drei Monaten wurde bei allen überprüft, wie sich das Erinnerungs- und Denkvermögen verändert hatte. Ergebnis: Die Teilnehmer aus Gruppe 1, die auf Diät gesetzt worden waren, konnten ihre Hirnleistungen verbessern, die Mitglieder der Gruppen 2 und 3 zeigten keine Veränderungen. Nun sollen weitere Tests folgen, um zu klären, ob die Hoffnungen, die in eine DHA-haltige Ernährung gesetzt werden, übertrieben sind – und wir statt dessen alle unser Gewicht reduzieren sollten.
26%
der Internet-Nutzer in Deutschland sind inzwischen über 50 Jahre alt, 11 Prozent bereits über 60. Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen stellt ganze 23 Prozent, 19 Prozent der Netzsurfer sind zwischen 30 und 39 Jahre alt, 19 Prozent sind in ihren Zwanzigern und 12 Prozent aller Menschen, die in Deutschland online gehen, sind zwischen 14 und 19 Jahren alt.
Quelle: AGOF 2009
Zusammen alt werden? –
Keine Paartherapie ohne Scheidungsorakel
Sie haben geheiratet, als Sie um die 30 Jahre alt waren, sind aus der Kirche ausgetreten, wohnen in einer Großstadt und Ihre Eltern waren geschieden? – herzliches Beileid, dann haben auch Sie gute Chancen, dass Ihre Ehe irgendwann in die Brüche geht. In Zeiten der Patchworkfamilien, serieller Monogamie und Ehetherapie finden Psychologen immer mehr Zulauf, die sich als Ehe-Orakel verdingen.
Je nachdem, an welchen Paartherapeuten und Scheidungsforscher Sie geraten, wird er Ihnen mit einer selbst benannten Wahrscheinlichkeitsquote von bis zu 96 Prozent bescheinigen wollen, ob Sie mit Ihrem Partner alt werden können oder nicht. „Wir kennen mittlerweile zahlreiche Faktoren, die eine Ehe gefährden“, gibt sich der deutsche Scheidungsforscher Michael Wagner von der Uni Köln bescheidener. Er hat mit seinem Team eine Metanalyse zum Thema Scheidungsrisiko angefertigt und dafür mehr als 40 internationale Ehe-Studien ausgewertet.
Das Ergebnis: Nach Ansicht der Forscher ist es problemlos möglich, Risikoprofile für die Partnerschaften zu erstellen. Eingerechnet werden dabei persönliche Merkmale wie Kinder(losigkeit), Heiratsalter, religiöse Bindung oder Erwerbstätigkeit der Frau. Auch ob das Paar zur Miete oder im Wohneigentum lebt, beeinflusst demnach das Scheidungsrisiko. Grundsätzlich gilt: Alles, was die Paare aneinander bindet (eben Kinder oder das Eigenheim) hilft, die Ehe zu verlängern, wer hingegen vor der Hochzeit nur kurz zusammenlebte oder selbst ein Scheidungskind ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit, zu einer der mehr als einem Drittel aller Ehen zu gehören, die irgendwann geschieden werden.
Doch auch für alle Paare mit einer ungünstigen Prognose gilt: Vieles haben die Partner auch selbst in der Hand. „Ob eine Ehe glückt oder nicht, hängt auch von Faktoren ab, die beeinflussbar sind, etwa vom Kommunikationsverhalten oder von der partnerschaftlichen Unterstützung,“, sagt Scheidungsforscher Guy Bodenmann von der Université de Fribourg in der Schweiz. „Und die Art und Weise, wie ich mit meinem Partner kommuniziere oder ihm in Stress-Situationen beistehe, kann ich trainieren“. Eine schlechte Prognose müsse deshalb nicht zwangsläufig das Ehe-Aus bedeuteten. Die Paartherapeuten aber werden in Zukunft sicher weiter gut zu tun haben.
32%
der Deutschen wüssten gerne mehr über ihre Rechte als Patient, nur 15,5 Prozent sagen von sich, dass sie ihre Rechte kennen, gut informiert seien. Die größte Gruppe mit 38 Prozent bekennt zu diesem Thema: “Ich kenne mich etwas aus, und das genügt mir”, und eine kleine Gruppe von 4 Prozent fühlt sich nicht informiert oder überhaupt interessiert. Diese Umfrage der Marktforscher der GfK belegt eindeutig, dass es in Bezug auf die Patientenrechte noch große Informationslücken gibt – die nach Meinung einer großen Gruppe von Bundesbürgern gar nicht unbedingt geschlossen werden müssten. Mit der wachsenden Eigenverantwortung werden sich in Zukunft aber mehr und mehr Patienten den 32 Prozent anschließen, die sich von den Verantwortlichen bei Kassen, Versicherungen und auf Seiten der Politik mehr Informationen über ihre individuellen Rechte im Falle von Krankheiten und bei stationären und ambulanten Behandlungen wünschen.
Quelle: GfK 2009
Mit Wäsche gegen Wampen –
der Kampf des Mannes gegen die Schwerkraft
Längst werden ein Fünftel aller schönheitschirurgischen Eingriffe nicht mehr bei der Frau sondern beim Mann durchgeführt. Besonders beliebt bei den Herren der Schöpfung: alles was hebt und strafft. Doppelkinne, Falten, schlaffe Brustmuskeln, dicke Bäuche – wer keine Angst vor dem Eingriff hat und zudem das nötige Kleingeld, kann sich operativ deutlich verjüngen.
Aber auch, wer vor einer Operation zurückschreckt, ist seinem Schicksal nicht bedingungslos ausgesetzt: Die Kosmetikindustrie hat den verschönerungs- und verjüngungswilligen Mann längst als Zielgruppe erkannt, hautstraffende Körperlotionen mit markantem Duft sind zur Selbstverständlichkeit in männlichen Badezimmern geworden.
Nun zieht auch noch die Modebranche nach: Was der Frau der Push-up-BH und das enganliegende Mieder, ist für den Mann die „Flashback Butt Lifting Technology“-Boxershort, eine Unterhose des US-Designers Andrew Christian, der hängende Pobacken wieder nach oben holt. Das kalifornische Label Go Softwear verkündete in der letzten Saison die Einführung des „Waist Eliminators“, einer Art männlicher Bauch-weg-Wäsche; und das New Yorker Luxuskaufhaus Saks Fifth Avenue hat seit Kurzem trimmende Spandex-Unterwäsche im Angebot. Was allerdings gegen den Frust nach dem Ausziehen hilft, verraten die Hersteller nicht.

