Archiv: Februar 2010
Originality, heritage and craftsmanship auf der Bread&Butter
Das diesjähirige Motto der Winteredition der Bread&Butter lautete „The Original“. Dementsprechend kam der L.O.C.K. (Labels of Common Kin) Area eine besondere Bedeutung zu. Authentizität und Liebe zum Detail zeichneten die Labels dieser Halle aus.
Karl-Heinz Müller, Gründer und Leiter der Bread&Butter, definiert Craftmanship als den neuen Luxus.
Spannend sind dabei besonders solche Ansätze, bei welchen traditionelle Marken jenseits von Nostalgie neu kontextualisiert werden und auf den gesellschaftlichen Wandel einzahlen.
Eindrücke von Bread&butter, PREMIUM und thekey.to 2010 in Berlin
An dieser Stelle möchten wir mit ein paar Bildern unsere spannenden Eindrücke während der Scoutingtour auf den Messen Bread&butter, PREMIUM und thekey.to teilen.
Tiegel, Thesen, Temperamente
Messebericht: Beautyworld 2010 vom 30. Januar bis 1. Februar in Frankfurt a. M.
Trendbüro war auf unterwegs auf der Beautyworld – Fachmesse für Parfümerie, Drogerie und Kosmetik in Frankfurt am Main. Unser Fazit: Die Wellness- und Kosmetikindustrie mausert sich und versucht, die Bedürfnisse der Konsumenten nach einer stärkeren Wohlfühleffizienz zu befriedigen. Immer mehr Beauty-Unternehmen fokussieren auf Wissenschaft und medizinische Wirksamkeit als glaubhaftem Reason to Believe. Doctor-Brands
wie MBR machen „Hautpflege an der Grenze zur Medizin“, und auch Naturkosmetikmarken wie Annemarie Börlind verlassen sich heute nicht mehr nur allein auf die natürliche Wirkung, sondern auf moderne Bio-Wissenschaften. Beauty-Produkte gehen mittlerweile auf die Zellebene und sollen schön, jung und gesund machen.
Der Naturkosmetikmarkt verzeichnet Wachstum und differenziert sich weiter aus. Angebote für die junge Generation sollen Spaß machen und überraschen mit ungewöhnlichen Inhaltsstoffen – neuerdings finden Gemüse wie Karotten, Tomaten und Kürbisse ihren Weg in die Cremetiegel, wie bei Yes To Carrots bzw. Yes To Tomatoes. Eine konsequente und klare Kommunikation wird im Angebotsdschungel der Naturprodukte zum Vorteil, sowohl bei der Verpackung als auch bei der Produktbeschreibung. Appy cosmetics fällt hier mit der Premium-Beauty-Serie „Aloesarda“ mit dem Hauptinhaltsstoff Aloe vera ins Auge. Ökolabels von Ökotest, NaTrue und Ecocert verleihen Glaubwürdigkeit, sofern sie dem Konsumenten geläufig sind. Kosmetikfirmen wie Korres setzen auf Transparenz und kommunizieren nun für jedermann mit „yes/no“ verständlich ausgewiesen, welche Inhaltstoffe in den Produkten enthalten sind und welche nicht. „Back to the roots“ kann man einen weiteren Trend der Branche nennen: Les Fleur de Bach nutzt die Erkenntnisse der Naturmedizin der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts und verspricht homöopathisch die natürliche Balance wiederherstellen. Nicht nur Körper, sondern auch Geist und Seele wollen gepflegt werden. Korres besinnt sich mit seiner Materia-Herba-Linie auf seine Wurzeln als älteste homöopathische Apotheke Athens. Und so reichen die Zusatzstoffe in der Kommunikation von (bio-)wissenschaftlich über homöopathisch-heilkundlerisch bis lokal-historisch. Die deutsche Marke Marbert erfährt einen Relaunch. Prompt wird die Funktionseffizienz eines Made-in-Germany-Produktes wieder großgeschrieben.
Sabine Koppe
Heritage meets Innovation
Das Motto der Winterausgabe der Bread & Butter lautete „The Original“. Spannend dabei waren die Interpretationen und neuen Umsetzungen der Brands. Viele Marken setzten bei ihrer Präsentation auf Storytelling. Bei Adidas Originals ist der Name gleich Programm: Streetstyle trifft auf Sporttradition. Auch dank hartnäckiger Nachfragen von Kunden erwachen Modelle wie der 80er-Jahre-Schuh-Hit „Jogging High“ wieder zum Leben. Bei Jeansmarken wie Wrangler oder Levi’s wird Authentizität eher mit einem Griff in die „uramerikanische“ Klischeekiste übersetzt und schwankt am Ende zwischen Westernsaloon und Garagenfeeling. Viel Holz, Ketten, Motorräder und Werkzeug dienen als Kulisse für die neuen Jeansmodelle.
„Craftsmanship“, „Heritage“ und „Authenticity“ lauteten die Schlagwörter, die im Rahmen der Messe immer wieder auftauchten und das Thema der L.O.C.K. Area (Labels of Common Kin) zusammenfassten. Die Halle präsentierte unter anderem Traditionsfirmen wie die 100 Jahre alte Krawattenmanufaktur Edsor Kronen aus Berlin. Auf dem Stand, ausgestattet mit Nähmaschine und Stoffen, war die individuelle Fertigung vor Ort möglich. Doch wer denkt, dass es sich bei diesem Accessoire um ein verstaubtes Relikt handelt, der irrt. Krawatte und Fliege erfahren aktuell wieder eine Renaissance beim jungen Fashionvolk. Jung liebt’s klassisch. Denn je lässiger sich die Eltern anziehen, desto erfinderischer muss man bezüglich der eigenen optischen Abgrenzung werden.
Eine Hommage an einen anderen Klassiker fand man bei Brooks. Der britische Fahrradsattelhersteller wählte erstmals die Bread & Butter als Plattform statt wie bisher die branchennahen Fahrradmessen. Der Grund: Brooks hat die Bedeutung von Stil und Design für den urbanen Fahrradfahrer erkannt und eine Linie herausgebracht, die ästhetisch und praktisch zugleich ist. Im Programm unter anderem die Barbican Messenger Bag, eine Umhängetasche, die dank eines Extra-Bauchgurtes beim Fahren nicht nach vorn rutscht. Oder ein dunkelgrünes Regencape, das alle notwendigen Reflektoren besitzt, dabei aber ganz ohne Neon auskommt. Zwei Firmen, die spannend sind, weil sie auf den ersten Blick wie eine Art Zeitreise in die Vergangenheit erscheinen, tatsächlich aber gekonnt eine Neuinterpretation und Rekontextualisierung von Klassikern vornehmen.
Viele Marken der L.O.C.K. Area wirken mit ihren historischen Verweisen und der Betonung auf das Handwerkliche wie ein Gegenentwurf zu unserer schnelllebigen Gesellschaft, aber auch den immer schnelleren Modezyklen.
Experimentiergarten Möbelmesse Köln
Auch wenn die Zahl der Aussteller verglichen mit der Jahrtausendwende geschrumpft ist, ist Köln einen Besuch doch wert. Nicht unbedingt, um Innovationen auf Herstellerseite zu finden – hier bleibt Mailand neben den kleinen Messen in Kopenhagen oder Stockholm wohl eher eine Fundgrube –, aber Köln mausert sich als Jungdesigner-Stadt. Und das zunehmend professionell. So bleibt neben zahlreichen kleinen Galerien (wie dem KISDshop der Kölner International School of Design) und Spots in der Innenstadt auch das riesige Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion als Designer’s Fair fest in der Hand der Jungkreativen, die hier von der Idee bis zu Kollektion so ziemlich alles bieten. Jenseits des Rheins räumt sogar die Messe (zwangsläufig) den jungen Kreativen mehr Platz ein und hat inzwischen selbst einen beeindruckenden „Salone Satellite“, in dem sich Jungdesigner und Hochschulen in immer bemerkenswerterer Professionalität präsentieren. Erfrischend unangepasst war in diesem Jahr sogar die Wahl zum Designer des Jahres, mit der das Magazin „A&W“ die nur mehr drei Schwedinnen der Gruppe FRONT kürte – und der Audi-Förderpreis für die auch von Trendbüro sehr geschätzte Künstlerin Julia Lohmann.
Was sich letztes Jahr schon andeutete, setzt in diesem Jahr Maßstäbe: „Natur pur“ war das Motto, an dem man auf der Messe und in den Passagen nicht vorbeikam. Der Avantgarde-Trend „Archaic Nature“ gibt Antwort auf das Bedürfnis nach Persönlichkeit und Ehrlichkeit. Je mehr wir in einer zweiten Realität, der virtuellen Computerwelt, arbeiten und leben, desto stärker wächst die Sehnsucht nach Authentizität.
Transmediale10: futurity now oder „die Zukunft war früher auch besser“ (Karl Valentin)
Hat die Zukunft das Versprechen einer besseren Welt eingebüßt und begegnet uns nur noch als großes Problem? Wohin steuern wir mit dem Wissen um Klimawandel und den Gefahren einer Daten-Gesellschaft? Was zeichnet die Sicht auf die Zukunft 2010 aus?
Auf der Transmediale, dem Berliner Medienfestival für Kunst, Konferenz, Vorträgen, Filmvorführungen, Ausstellung und Performances, setzten sich Anfang Februar Künstler und Referenten mit den aktuellen Zukunftsbildern und Zukunftszenarien auseinander.
Auf der Suche nach den Megatrends: Cebit-Magazin Push diskutiert die Zukunft der Technologie
Cebit-Magazin Push diskutiert die Zukunft der Technologie
Schon klar, iPhone-Apps sind ein Trend und Facebook auch. Aber welches große Bild verbirgt sich hinter diesen kleinen Puzzlesteinchen? Können wir schon sagen, wohin die Reise langfristig geht? Unternehmen zahlen viel Geld für Antworten auf diese Frage – und deshalb gibt es Trendforscher. Wir fragen einige von ihnen nach den Megatrends, die ihrer Meinung nach die kommenden zehn Jahre bestimmen werden.
Rede und Antwort standen Reinhard Karger, Leiter der Unternehmenskommunikation am Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) in Saarbrücken,
Patrick Schenck, Mitarbeiter beim Trendbüro wo er schwerpunktmäßig Trendstudien und Beratungsprojekte in den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft, Design und Kommunikation betreut und Andreas Haderlein, Leiter der Zukunftsakademie des Zukunftsinstituts.
Den gesamten Artikel finden Sie auf:
Cebit.de/push_dossier_megatrends
15. Deutscher Trendtag
Flow.Control. – der neue Quellcode des Wandels
Im Hinblick auf den 15. Deutschen Trendtag und das Thema „Flow.Control“ bietet der Trendtag-Blog Autorenbeiträge und Interviews renommierter Medienfachleute und Visionäre.
Die Speaker des Trendtags – Manuel Castells, Norbert Bolz, David Bosshart, Douglas Rushkoff, Eckart von Hirschhausen und Peter Wippermann – analysieren in unseren Interviews die Charakteristika des Flow und skizzieren Strategien für einen sicheren Umgang mit der Dynamik der Netzwerkgesellschaft.
Darüber hinaus sprechen Willms Buhse und Nico Lumma im Videointerview über den Einfluß des Flow und seiner Errungenschaften auf Unternehmen/Konsumenten und definieren sowohl notwendige Anpassungen interner Unternehmensstrukturen als auch neue Kommunikationsstrategien für den Dialog zwischen Unternehmen und Konsumenten.
Neben den Interviews beinhaltet der Blog Autorenbeiträge von u.a. Thomas Huber, Tim Cole und Kathrin Passig. Die Autoren beziehen Stellung zum Phänomen Flow.Control. und runden die inhaltliche Auseinandersetzung ab.
Der Trendtag-Stream huldigt dem Flow und sammelt relevante Inhalte rund um den Megatrend Flow.Control.

