Peter Wippermann

Peter Wippermann (D), Gründer und Gesellschafter des Trendbüro. Seit 1993 Professor für Kommunikationsdesign an der Folkwang Hochschule Essen. Autor von „Länger leben, länger lieben – Das Lebensgefühl der Generation Silver Sex.“, „Die neue Moral der Netzwerkkinder“ und „Trend 2004 – Arbeit, Freizeit, Eigenzeit“.
www.trendbuero.com

Warum steht das Thema Identität im Mittelpunkt des 13. Trendtages?
Einmal im Jahr versuchen wir, den Wandel der Gesellschaft zu benennen und international zu diskutieren. Chancen und Risiken von morgen bestimmen unsere Themen. 2000: ICH-AG für die kommende Leistungsgesellschaft, 2005: SCHWARMINTELLIGENZ für das entstehende Web 2.0, und in diesem Jahr sprechen wir über IDENTITÄTSMANAGEMENT als den Status von morgen. Erworbener Status verliert, zugeschriebener Status gewinnt. Wer das überprüfen möchte, sollte sich das Ende des gedruckten Brockhaus und den Siegeszug von Wikipedia vor Augen führen. Virtuelle Realitäten erfordern Identitätsmanagement.

Was verstehen Sie unter Identitätsmanagement?
Identitätsmanagement ist ein Begriff aus der Welt des Internets. Er benennt den bewussten Umgang mit dem Selbst, seiner Identifizierung, Anonymität und seinen Benutzerdaten. Ich wende diesen Begriff auf den Wertewandel an. Networking-Profile ersetzen persönliche Erfahrung. Soziale Beziehungen werden Programm. Identität wird wichtiger als Indi­vidualität. Selbstmarketing ist Identitätsmanagement.

Warum müssen Unternehmen Identitätsmanagement lernen? Identitätsmanagement ist mehr als Corporate Design und Datenbanken zusammen. In der Netzwerk-Ökonomie werden Beziehungen zum Erfolgsfaktor. Kundenmanager werden wichtiger als Produktmanager. Die Nutzer des Internets sind an der Kommunikation mit Gleichgesinnten interessiert. Unternehmen müssen Konsumenten auf Augenhöhe begegnen. Ob in Communities, als Geeks, Nerds oder Otakus. Das Sozialprestige der Unternehmen wird neu verhandelt. Identitätsmanagement sichert Status.